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Es werden Posts vom Mai, 2021 angezeigt.

Himmelfahrt - Anreise und Check-In

  (Meine "Himmelsgeschichten" entstanden Anfang 2019.Genauer gesagt reifte der Plan, endlich mal wieder etwas zu schreiben, in der Silvesternacht, als ich am Rheinufer dem Feuerwerk zusah und mir, zugegebenermaßen ziemlich kindlich, überlegte, ob die Himmelsbewohner wohl von oben zugucken und was meine Mutter im Himmel so mache. Sie musiziert! Gar kein Zweifel! Doch erst mal musste sie dort hinkommen...)   Es war ein nasskalter ungemütlicher Mittwochvormittag im November, als Brigitte merkte, dass etwas nicht stimmte. Sie atmete nicht mehr. Doch anders als in den letzten Tagen verspürte sie keine Panik. Auch ihr Puls schien ausgesetzt zu haben. Immer wieder hatte sie sich gefragt, wie es sein werde zu sterben. Nun war der Zeitpunkt wohl gekommen: sie war tot. Eigentlich fand sie diesen Zustand ganz angenehm: den in den letzten Monat immer kränker und schwächer werdenden Körper spürte sie nicht mehr. Doch sie war auch etwas ratlos. Wie ging es jetzt weiter? Eberhard würd...

Schreiben ist Silber, Reden ist Gold

(Zum Glück besteht das Leben nicht nur aus Phasen. Sonst würde ich behaupten, ich habe schon eine Benjamin-Blümchen-Phase, eine Steven-King-Phase, eine Pumuckl-Phase (mit   Anfang 40)   usw. gehabt. Die Beschäftigung mit dem guten Sokrates ist ein paar Jahrzehnte her. Warum nicht aus gegebenem persönlichen Anlass noch mal   neu reinlesen? Was mich damals am Gespann Plato/ Sokrates genervt hat, ist das Oberlehrerhafte. Gutmensch Sokrates verwickelt seine Bekannten in ein Gespräch, zwei Sätze später sind sie schon eingelullt, und Sokrates könnte ihnen fast alles als Wahrheit verkaufen. Manches fand und finde ich aber gut.)   Im "Phaidros" geht es darum, ob das Schriftliche wirklich so toll ist. Besserwisser Sokrates erzählt Phaidros, der gerade eine Rede von Lysias auswendig gelernt hat (und mächtig stolz darauf ist), die Geschichte von Theut,   dem Erfinder der Zahlen und Buchstaben. Hier in der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher.     Ic...

Sturmtiefs und fliegende Menschen

(Sturmtief "Eugen" hatte es vorhin ganz schön in sich. Beinahe wäre ich weggeflogen und fragte mich, wie die älteren Menschen auf der Straße den Böen standhalten. Ok, ich werde zunehmen, versprochen. Doch statt mir meine Nudeln zu kochen, kramte ich erst mal ein Notizbuch raus, in das ich im Oktober 1994 eine lateinische Version des "Fliegenden Robert" schrieb. Dem Stil und Textmaß nach dürfte ich damals die "Carmina Burana" gelesen haben.) Original von Heinrich Hoffmann (1844) Der fliegende Robert Wenn der Regen niederbraust, Wenn der Sturm das Feld durchsaust, Bleiben Mädchen oder Buben Hübsch daheim in ihren Stuben. Robert aber dachte: Nein! Das muß draußen herrlich sein! Und im Felde patschet er Mit dem Regenschirm umher. Hui, wie pfeift der Sturm und keucht, Daß der Baum sich niederbeugt! Seht! Den Schirm erfaßt der Wind, Und der Robert fliegt geschwind Durch die Luft so hoch, so weit. Niemand hört ihn, wenn er schreit. An die Wol...