Lieblingsliteratur

Hand aufs Herz. Alle über 40-jährigen hier hatten mal ein Poesie-Album. Schade, dass ich meins nicht mehr habe, doch man kann schließlich nicht alles behalten. 

Zu meiner Zeit gabs eine Poesie-Album-Form, in der man keine komischen Sprüche schreiben  und auch keine komischen Bilder einkleben musste. Viel rationaler ging es darum, wie alt man ist, was man werden will, welche Band man mag - und was man am liebsten liest. 

Mich würde ja mal interessieren, was ich damals zu diesem Punkt gesagt habe, also so mit acht oder 10 Jahren. Ich war damals eine Leseratte, das weiß ich noch. Viel mehr weiß ich aber nicht mehr. Umso intensiver erinnere ich mich an die Zeit, in der ich begann, die Klassiker regelrecht zu verschlingen. Thomas Mann, Heinrich Mann, Steven King und immer wieder Christian Morgenstern und Joachim Ringelnatz. Kafka, Rilke, Nietzsche. Goethes "Wahlverwandschaften", Poe. Mein Bücherregal sollte ziemlich voll sein. Das ist es aber nicht, weil ich viele meiner Lieblingsbücher gar nicht mehr habe. 

Um ein nicht mehr vorhandenes Buch trauer ich manchmal, um die "Chasarischen Wörterbücher" von Milan Pavic. Ich habe es in der deutschen Übersetzung gelesen, beinahe aber Serbisch gelernt, um noch intensiver die Poesie von Pavics Sprache zu .... ("erleben" ist  eins der von mir meistgehassten deutschen Wörter!) ok, ich hab mich auf das Wort "träumen" geeinigt.


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